Ulrich Wiedmann

»Der Kislau-Prozess
Ludwig Marum und seine Henker«

Ein szenischer Bericht

 

88 Seiten, Hardcover
(Mit einem illustrierten Nachwort)

ISBN 978-3-937467-40-5

€ 12,90

Im März 1934 wurde der 51 Jahre alte jüdische SPD-Politiker und Reichstagsabgeordnete für Karlsruhe Ludwig Marum im badischen Konzentrationslager Kislau bei Bruchsal von Nazi-Schergen erwürgt und am Fensterkreuz seiner Zelle aufgehängt, um einen Selbstmord vorzutäuschen.
Der Tod Marums erregte nicht nur in Deutschland Aufsehen. In der Schweiz beispielsweise schrieb Thomas Mann in sein Tagebuch: „Quälend und neuen Abscheu erweckend die Nachricht vom Selbstmord des sozialdemokratischen Abgeordneten Marum im Konzentrationslager: Die Politische Polizei teilt mit, daß er sich ‚in einem Anfall‘ von Schwermut erhängt habe, weil man ihm Entlassung oder Beurlaubung nicht habe in Aussicht stellen ‚können‘. Elende, idiotische Infamie.“ Und der deutsch-französische Schriftsteller René Schickele, ein Freund Marums, notierte in Südfrankreich: „Ich bin wie betrunken von Trauer. Schwarzes Blut. Haß.“
Das vorliegende Buch, ein „szenischer Bericht“, enthüllt anhand der Akten des Prozesses gegen die Mörder, der 1948, also 14 Jahre nach dem Verbrechen, endlich stattfand, die Wahrheit über den „Fall Marum“ und zeigt die Sozialisation und die Denkweise der Täter. In beklemmender Weise wird dem Leser, Hörer oder Zuschauer klar gemacht, wie ein inhumanes Regime seine Bürger korrumpiert. Jeder Leserin bzw. jedem Leser wird – nach dem Brechtschen Motto: Der Vorhang zu und alle Fragen offen – die Entscheidung überlassen, zu welchem Urteil sie oder er gekommen wäre.